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Zertifikat

Thromboplastin S

PROTHROMBIN-ZEIT (PT)

Verpackung

REF.-NR. CG111
REF.-NR. CG112
REF.-NR. ACF001      (Kit für ACF) 
REF.-NR. ACF011      (Kit für ACF) 
REF.-NR. ACF012      (Kit für ACF) 
REF.-NR. ACF013      (Kit für ACF) 

10 x 4 ml
10 x 10 ml
10 x 4 ml
10 x 4 ml
10 x 4 ml
12 x 4 ml

Beschreibung und Testprinzipien
Das “Thromboplastin”-Kit dient zur Bestimmung der PT. Dabei handelt es sich um die Gerinnungszeit von Plasma nach Hinzufügen einer Quelle von Gewebefaktor (Thromboplastin) und Calcium. Die Recalzifizierung von Plasma in Anwesenheit von Gewebefaktor generiert aktivierten Faktor Xa, welcher Prothrombin zu Thrombin aktiviert. Thrombin wandelt Fibrinogen in ein unlösliches Fibrin-Gerinnsel um.
Die PT wird als ein Hilfsmittel zum Screening eingesetzt sowie als ein quantitativer Test auf Gerinnungsfaktoren extrinischer und allgemeiner Regulationsmecha-nismen. Dieser Test erfordert mehr Zeit bei Patienten mit einer erworbenen oder einer ererbten Erkrankung, welche zu einer Verringerung der Aktivität der Faktoren I (Fibrinogen), II (Prothrombin), V, VII und X führt. Die PT wird darüber hinaus häufig zur Überwachung einer oralen Antikoagulanz-Therapie verwendet1,2.
Orale Antikoagulanzien verringern die Aktivität Vitamin K-abhängiger Gerinnungsfaktoren (II, VII, IX, X, Protein C und Protein S). Dies führt zu einer Erhöhung der PT.


Zusammensetzung und Inhalt der Reagenzien und Sicherheitshinweise

Reagenz
Hirngewebe (Kaninchen)
Glycin                                  
Tricin                                   
Natriumsulfat                       
Polyethylenglykol
Calciumchlorid
Brij 35           
Natriumazid

2.6%
2%
1.34%
0.7%
0.7%
0.13%
0.05%
0.013%

In Übereinstimmung mit den vorliegenden Gesetzen enthält das Kit keine als gefährlich klassifizierten Substanzen.

 


Lagerung und Stabilität der Reagenzien
Lagern Sie das Kit bei 2-8°C. (Frieren Sie es nicht ein.)
Das Reagenz ist bis zum Erreichen des auf dem Aufkleber aufgedruckten Verfallsdatums stabil. 


Präparation und Stabilität der Arbeitslösungen
Reagenz:                   lyophilisiert

Kit REF.-NR. CG111     Rekonstruieren Sie ein Vial in 4 ml destilliertem Wasser
Kit REF.-NR. CG112     Rekonstituieren Sie ein Vial in 10 ml destilliertem Wasser 

Mischen Sie die Lösung vorsichtig und lassen Sie das Vial anschließend für 15   Minuten ruhen. Drehen Sie das Vial nicht um und vermeiden Sie ein heftiges Mischen der Lösung.
Das Reagenz ist nach der Rekonstitution bei 37°C 8 Stunden oder bei 2-8°C 7 Tage lang stabil. (Frieren Sie die Lösung nicht ein.)
Mischen Sie das Reagenz vor der Verwendung erneut und erwärmen Sie es auf Raumtemperatur.


Proben
Frisch-Plasma mit 3,2% (0,105 M) Trinatriumcitrat-Antikoagulanz. 


Probenahme und -lagerung

  1. Vermeiden Sie Hämolyse und eine Kontamination durch Gewebsflüssigkeiten. Proben mit weniger als 90% des erwarteten Füllvolumens sollten verworfen werden (9 Anteile Blut und 1 Anteil Antikoagulans).
  2. Zentrifugieren Sie das Blut 15 Minuten bei 1500 x g.
  3. Führen Sie den Test innerhalb von 2 Stunden durch, falls die Proben bei 22-24°C gelagert werden. Wird die Durchführung des Tests nicht innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen, sollte das Plasma bei -20°C für bis zu zwei Wochen oder bei -70° C für bis zu 6 Monate eingefroren werden.

Für weitere Details zu Probenahme und –lagerung siehe das NCCLS-Dokument H21-A32. 

Testablauf
Pipettieren Sie die Proben in Küvetten.
Probe: 100 ml

Erwärmen Sie die Probe für ungefähr 2 Minuten bei 37°C und fügen Sie 200 ml Reagenz (vorgewärmt bei 37°C) hinzu.
Bestimmen Sie die Gerinnungszeit.


Ergebnisse
Die Ergebnisse können wiedergegeben werden als:

  • PROZENTUALER WERT (Quick Factor)
  • RATIO
  • INR (International Normalized Ratio)
 1. PROZENTUALER WERT

Bereiten Sie 5 Verdünnungen eines Pools normaler Plasmen vor wie nachfolgend dargestellt

Verdünnung
Wert %
Keine
100%
1 + 1
50%
1 + 2
33%
1 + 3
25%
1 + 7
12.5%
Plasma0.5 ml0.5 ml0.5 ml0.5 ml0.5 ml
Normale Saline-0.5 ml1.0 ml1.5  ml3.5 ml


Berechnen Sie den Mittelwert aus der Doppelbestimmung der Gerinnungszeit und erstellen Sie eine Kalibrierungskurve, in welcher der prozentuale Wert gegen die Gerinnungszeit aufgetragen ist.

2. RATIO      

 RATIO=
PT (Probe)

PT (Pool normaler Plasmen)

 

3. INR
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ein Arbeitsverfahren zur Standardisierung von Analyse und Behandlung empfohlen. Dieses Verfahren basiert auf der International Normalized Ratio (INR) 7,8. Die INR wird unter Verwendung der RATIO des Patienten entsprechend der nachfolgend angegebenen mathematischen Beziehung berechnet:                                              INR = RATIO ISI

Beispiel: bei einem ISI von 1.00 und einer RATIO = 3.2 beträgt die INR:

INR = 3.21 = 3.2  Bei dem International Sensitivity Index (ISI) handelt es sich um ein Mass für die Sensitivität von Thromboplastin/eines Geräts gegenüber Gerinnungsfaktoren. ISI-Werte werden durch einen Vergleich mit primärem Referenzmaterial zugewiesen. Hochsensitive Reagenzien besitzen niedrige ISI-Werte. In Übereinstimmung mit den Empfehlungen der WHO setzen INR-Werte oberhalb von 5.5 den Patienten einem unnötigen Risiko von Blutungskomplikationen aus. Es wird allgemein empfohlen, bei Patienten mit einer stabilisierten oralen Antikoagulanz-Therapie in Abhängigkeit von der klinischen Indikation eine INR von 2.0-3.5 aufrechtzuerhalten2.

Der ISI-Wert einer spezifischen Charge ist auf dem Aufkleber des entsprechenden Vials angegeben.

 


Erwartete Werte
In multizentrischen Studien wurde Thromboplastin zur Analyse einer normalen Patientenpopulation eingesetzt. Es wurden die nachfolgend dargestellten Werte erhalten10:

 

GERÄTPT-MITTELWERT (Sek.) BEREICH (± 2 SD)N
MLA TM ELECTRA 1000CTM 13.211.4-15.040
MLA TM ELECTRA 900CTM 13.712.4-15.020
IL ACLTM 300/3000+ 10.58.9-12.161
AMELUNG KC 10TM12.79.3-14.220
THROMBOSCREEN 400C13.512.2-14.838
THROMBOSCREEN 20013.512.0-15.160


Diese Werte dienen ausschließlich als Richtlinien. Jedes Labor sollte einen eigenen normalen Referenzbereich etablieren.


Performanzeigenschaften

A. PRÄZISION
Die Genauigkeit der Ergebnisse der Prothrombin-Zeit ist von zahlreichen Faktoren abhängig, wie beispielsweise dem verwendeten Gerät, der Methode sowie dem Reagenz. Die Präzision von Thromboplastin S wurde durch die Analyse einer normalen und einer nicht normalen Plasma-Probe unter Verwendung mehrerer verschiedener Geräte bestimmt. Nachfolgend ist eine Zusammenfassung der Ergebnisse dargestellt11:
   
Zusammenfassung der Analyse-internen Präzisionsstudien % CV (N = 20)

PROBEMLA
ELECTRA 1000C
TROMBOSCREEN
400C
TROMBOSCREEN
200
AMELUNG
KC10
Normal1.1%1.9%1.9%2.9%
Nicht normal2.8%2.5%2.3%1.1%

B. SENSITIVITÄT
Thromboplastin S detektiert Mängel in dem durch den Prothrombin-Zeit-Test bestimmten, extrinsischen Regulationsmechanismus. Zur Analyse der Faktor-Sensitivität wurde ein Pool normaler Plasmen mit Faktor-defizienten Plasmen so verdünnt, dass die finale Faktor-Konzentration 10-100% beträgt. Die PT-Analyse dieser Proben wurde unter Verwendung des Geräts MLA-1000 C durchgeführt12.

PROTHROMBIN-ZEIT (Sek.)

% FAKTORFAKTOR IIFAKTOR VFAKTOR VIIFAKTOR X
10011.611.611.811.7
5011.613.212.612.8
4011.713.912.813.3
3012.314.913.514.1
2012.815.913.914.8
1014.118.315.217.0

 

 

 

 

 

 

C. KORRELATION
Die Korrelations-Studien wurden im direkten Vergleich mit zwei anderen sensitiven Thromboplastin-Reagenzien durch eine PT-Analyse unter Verwendung normaler und nicht normaler Proben durchgeführt. Die Analyse wurde unter Verwendung des Geräts Stago STA durchgeführt13:      

Unter Verwendung des ersten Produkts      

N = 49

PT-KORRELATION
r = 0,98     
y = 1.16 x + 1.30

INR-KORRELATION
r = 0,98
y = 0,89 x + 0,05

Unter Verwendung des zweiten Produkts

N = 49

r = 0,95
y = 1.01 x + 2.20 

r = 0,95
y = 0,82 x + 0,10

 

D. INTERFERIERENDE SUBSTANZEN
Natriumoxalat, EDTA und Heparin sind keine geeigneten Antikoagulantien.
Die PT kann durch verschiedene Substanzen verlängert werden. Hierzu gehören orale Kontrazeptiva, Kortikosteroide, EDTA, Asparaginase, Clofibrate, Erythromycin, Ethanol, Tetracyclin und Antikoagulantien wie beispielsweise Heparin und Warfarin5.
Die PT kann durch verschiedene Substanzen verkürzt werden. Hierzu gehören  Antihistamine, Butabarbital, Koffein, orale Kontrazeptiva, Phenobarbital und Vitamin K5.


Qualitätskontrolle

Normale und nicht normale Plasmen sollten zusammen mit Patienten-Plasmen getestet werden.
Beide Plasmen sollten täglich bei Initiierung der Testdurchführung und mindestens einmal pro Arbeitseinheit oder Assay-Gruppe, bei jedem Wechsel von Reagenzien oder einer umfassenderen Justierung des Geräts analysiert werden.

                    Kontroll-Plasma N REF.-NR. CG004
                    Kontroll-Plasma A REF.-NR. CG005
 

In Laboratorien, in denen eine große Anzahl von PT- und/oder APTT-Analysen durchgeführt wird, sollte eine normale und eine nicht normale Kontrolle nach der Analyse von jeweils maximal 40 Proben getestet werden. 

Jedes Labor sollte zur Darstellung der zulässigen Abweichung bei der täglichen Performanz  für jede Kontrolle einen Kontrollgruppe-Bereich etablieren.

 


Beschränkungen

An dem biochemischen Vorgang der Gerinnung ist eine Reihe von Reaktionen beteiligt, die von zahlreichen Prä-Test-Bedingungen beeinflusst werden. Es muss eine Kontrolle der entsprechenden Variablen erfolgen, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten3. Zum Beispiel:

  • Der pH-Wert von Proben, die der Luft ausgesetzt sind, steigt. Lagern Sie die Proben in fest verschlossenen Röhrchen aus Kunststoff oder silikonisiertem Glas.
  • In bei 4-8°C gelagertem Plasma kann es zu einer Kälte-Aktivierung kommen. Diese kann zu einer signifikanten Verkürzung der PT4 führen.
  • Thromboplastin S wurde für eine Arbeitstemperatur von 37°C ± 0.5°C entwickelt. Überprüfen Sie regelmäßig die Temperatur aller Heizelemente.
  • Das gesamte Labormaterial muss sauber und frei von Spuren von Detergenzien sein.
  • Befolgen Sie immer die Anweisungen des Herstellers zur ordnungsgemäßen Wartung des Geräts.

Hinweise
  1. Das Blut muss unverzüglich mit dem Antikoagulans gemischt werden.
  2. Vermeiden Sie Schaumbildung in der Probe.
  3. Trübe, ikterische, lipämische oder hämolysierte Proben können zu fehlerhaften Ergebnissen führen.
  4. Verwenden Sie ausschließlich Behälter aus Kunststoff oder silikonisiertem Glas.
  5. Das Einfrieren und Auftauen von Plasma mit einem Restanteil von Zellen führt zu einer Schädigung von Zellmembranen. Dies kann die Ergebnisse beeinträchtigen.
  6. Akute inflammatorische Reaktionen können aufgrund einer Erhöhung der Fibrinogen-Konzentration zu einer Verkürzung der PT-Ergebnisse führen.
  7. In Plasma-Proben mit Hämatokritwerten außerhalb eines Bereichs von 20-55%  verläuft die Gerinnung möglicherweise nicht ordnungsgemäß. Diese Proben sollten entsprechend eingestellt werden.
  8. Das Produkt ist geeignet für eine Verwendung zusammen mit manuellen, mechanischen, photooptischen, nephelometrischen oder anderen Hilfsmitteln zur Detektion der Gerinnung. Befolgen Sie die Empfehlungen des Herstellers für den ordnungsgemäßen Gebrauch des Geräts.


Literatur

  1. Errichetti A. M., Holden A., Ansell J.: Management of Oral Anticoagulant Therapy. Experience with an Anticoagulation Clinic. Arch Inter Med 144, 1966 -1968 (1984)
  2. Hirsh J., Dalen J. E., Deykin D., Poller L.: Oral Anticoagulants: Mechanisms of Action, Clinical Effectiveness and Optimal Therapeutic Range. Chest 102 (Suppl) 312s-315s (1992)
  3. NCCLS: Collection, Transport and Processing of Blood Specimens for Coagulation Testing and General Performance of Coagulation Assays; Approved Guideline. NCCLS document H21-A3, NCCLS Wayne PA. (1998)
  4. Palmer R. N., Grainick H. R.: Inhibition of the Cold Activation of Factor VII and the Protrombin Time. Am. J. Clin. Path 81, 618-622 (1984)
  5. Young D. S., Thomas D. W., Friedman R. B. et al: Effect of Drugs on Clinical Laboratory Tests Clin. Chem. 18, 1041 (1972)
  6. NCCLS: One-Stage Prothrombin Time (PT) Test and Activated Partial  Thromboplastin Time (APTT) Test; Approved Guideline. NCCLS document H 47-A, NCCLS Wayne, PA. (1996)
  7. Dalen J. E., Hirsh J.: American College of Chest Physicians and the National Heart, Lung, and Blood Institute National Conference on Antithrombotic Therapy. Arch. Inter. Med.146, 462-472 (1966)
  8. Palaereti G., Coccheri S., Poggi M. et al.: Oral Anticoagulant Therapy Control; Evidence that the INR Expression Improves the interlaboratory Comparability of Results. The  Bologna Oral Anticoagulant Control Exercise. Thromb Haemostasis 58: 905-910 (1987)
  9. Stability data found in DHF
  10. /13. Data found in 510 (k) file

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